Events
Basel stellt sich den Herausforderungen
Kaum eine Stadt gibt sich so international wie Basel. Rund ein Drittel der Bevölkerung stammt nicht von hier. Weltkonzerne wie Novartis fühlen sich hier wohl. Migration gebe es in dieser Stadt schon seit der Reformation, betonte der Leiter der Kanton- und Stadtentwicklung, Thomas Kessler. Als Dreiländereck muss man sich hier bis heute mit fremden Menschen ständig auseinandersetzen. 65.000 Grenzgänger kommen derzeit aus Deutschland und Frankreich nach Basel. Insgesamt treffen 170 Nationen aufeinander. Dr. Guy Morin, Regierungspräsident des Kantons Basel-Stadt, sieht das als Chance und will deshalb auf jeden Fall die Tore offen halten. Er wehrt sich vehement gegen eine Begrenzung der Zuwanderung, wie sie in anderen Teilen der Schweiz gefordert werde. Ausländerfeindlichkeit soll in Basel keinen Boden finden. Die Offenheit soll auch die Fachkräfte und damit die internationalen Konzerne am Standort halten.
Events
Fundamente der Stadtentwicklung
Städte sind ursprünglich einmal aus dem Bürgertum erwachsen und von ihm über Jahrhunderte hinweg getragen worden, wie Roger de Weck, der Generaldirektor der Schweizerischen Radio- und Fernsehgesellschaft, in Erinnerung rief. Und diese Basis droht den Städten wegzubrechen, wenn sie sich nicht mehr um die Menschen in ihrer Verschiedenheit kümmern. Die Gefahr: Metropolen verkommen zu reinen Finanzzentren oder Bürosiedlungen, in denen kaum mehr wirkliches Leben stattfindet. Um die Zentren vital zu halten, sind nach de Wecks Ansicht auch Medien nötig, die in der Stadtmitte ihren Sitz haben. Ziehen Rundfunkgesellschaften oder Verlagshäuser in die Peripherie, dann trägt auch das dazu bei, dass Städte ihre Legitimation verlieren. Die Integrationsbeauftragte der Bundesregierung, Prof. Dr. Maria Böhmer, forderte in ihrer Grußbotschaft die Kommunen dazu auf, die richtigen Rahmenbedingungen zu schaffen. Integration sei eine Chefaufgabe. Sie verlangt eine Willkommenskultur, damit Zuwanderer zu einem Motor für die Stadtentwicklung werden könnten.
Events
Ansätze der Internationalen Bauausstellung Hamburg
In der Hansestadt sollte der lange vernachlässigte Stadtteil Wilhelmsburg saniert und aufgewertet werden. Der Geschäftsführer der Bauausstellung, Uli Hellweg, und sein Team haben zwei Hauptaufgaben für dieses Projekt und damit für gute Städteplanung insgesamt erkannt: die sozialen Integrationskräfte stärken und den Klimawandel in den Griff bekommen. Entlang dieser Grundansprüche wurde und wird bis 2013 konzipiert und gebaut. Die Bewohner des Stadtteils durften die Planung mit gestalten. Es ging auch darum, sozial benachteiligte Familien durch moderate Mieten im Viertel zu halten. Diesen Menschen sollte ihr Stadtteil auch weiterhin gehören. Außerdem entstand eine neue Ästhetik. Häuser wurden etwa in künstlichen Seen auf Inseln gestellt, terrassenförmig angelegt und mit begrünten Dächern versehen. Außerdem sollten sich die Gebäude künftig den Menschen anpassen können. Wenn etwa die Kinder erwachsen werden und den Haushalt verlassen, müssen sich Grundrisse leicht umgestalten lassen. Städte sollen flexibel werden.
Events
Die rein menschliche Seite moderner Städteplanung
Gute Städteplaner müssen psychologische Aspekte berücksichtigen. Der Bielefelder Professor für Konflikt- und Gewaltforschung, Andreas Zick, sieht Städteplanung unter dem Aspekt des Raumes. Dass es in manchen Räumen Traditionen der Gewalt gibt, stellt an die Städteplaner der Zukunft besondere Herausforderungen. Da Grenzen negativ wahrgenommen werden, müssen sich Planer zum Beispiel überlegen, was sie mit Bahngleisen anfangen, die mitten durch eine Stadt verlaufen. Alle Erkenntnisse sollten nun möglichst schnell in die Tat umgesetzt werden, denn, so Heinz Buschkowsky, Bürgermeister des Bezirksamtes Neukölln in Berlin: "die Leute stimmen mit dem Möbelwagen ab". Mobile Familien verlassen schlecht gestaltete Städte. Dabei wandert Kompetenz ab und zurück bleibt eine soziale Brachlandschaft. Der Schaden der entsteht, so eines der Ergebnisse der CIVIS Dialoge in Basel, ist immens. Um ein defavorisiertes Viertel wieder aufzupäppeln seien 20 Jahre nötig.
Events
CIVIS Dialoge in Basel
Die CIVIS Dialoge in Basel thematisieren die aktuellen Herausforderungen und Perspektiven der integrativen sozialen Stadtgesellschaft: Es geht um die Zukunft unserer Städte und die Frage, wie wir künftig leben und arbeiten werden.
Die Tendenz zu getrennten städtischen Wohlstands- und Elendsquartieren nimmt zu. Eine wachsende Zahl von Menschen ist auf Transferleistungen angewiesen. Sie sind bedroht, sozial dauerhaft abgedrängt zu werden.
Die kosmopolitische Stadt mit multiethnischen Wohnquartieren und ethnischen Ökonomien wird zu einem positiven Standortfaktor. Kulturelle Vielfalt hat Einfluss auf den Innovationsprozess und kann sich positiv auf die Produktivität auswirken. Die internationale Stadtgesellschaft bietet neue Aufgaben für Wirtschaft und Industrie.
Events
CIVIS Dialoge in Basel
Die drittgrößte Stadt in der Schweiz gibt ein gutes Beispiel für integrative Stadtentwicklung ohne Stereotypen. Die Integrationspolitik des Kanton Basel-Stadt gilt als vorbildlich. Mit der Internationalen Bauausstellung 2020 sucht Basel die Konkretisierung einer Vision, die das räumliche Bewusstsein in der Bevölkerung erweitern soll. CIVIS wird die Vorstellungen in Basel mit den Erfahrungen der IBA in Hamburg vergleichen und mit Entwicklungen in anderen Städten kontrastieren.
Gesucht werden Lösungsansätze für die Herausforderungen der Zukunft. Basel wird so zum Mikrokosmos vergleichbarer internationaler Entwicklungen. Die Schweiz gehört zu den meist globalisierten Ländern der Welt. "Über ein Drittel der Bevölkerung ist aus insgesamt 196 Ländern eingewandert oder stammt direkt von einem eingewanderten Elternteil ab, ein Grossteil der Wirtschaft ist exportorientiert" (DOSSIER Politics of Diversity).
Den Medien kommt in der Darstellung und Vermittlung der gesellschaftlichen Konflikte eine wichtige und verantwortungsvolle Rolle zu.
Events
CIVIS Dialoge Basel
Sendetermine im Fernsehen
PHOENIX
Dienstag, 11. Oktober 2011, 23:45 - 23:55 Uhr
ORF/TW1
Freitag, 14. Oktober 2011, 22:45 Uhr - 23:45 Uhr
Samstag, 15. Oktober 2011, 18:30 Uhr - 19:30 Uhr
Events
CIVIS Dialoge in Basel
Rund 100 Journalistinnen und Journalisten wie Medienschaffende aus der Schweiz, Österreich und Deutschland nahmen an den Vorträgen und Gesprächen am 11. Oktober im Novartis Campus in Basel teil. Diskutiert wurden die „Herausforderungen der integrativen Stadtgesellschaft“.
Mit den Dialogen in Basel will CIVIS neue Diskussionsansätze für die Arbeit der Medien liefern und den innovativen und professionellen Umgang mit der Entwicklung in der europäischen Einwanderungsgesellschaft fördern.
Events
CIVIS Dialoge
Oberrabbiner Prof. Paul Eisenberg | ORF-Generaldirektor Dr. Alexander Wrabetz | WDR-Intendantin Monika Piel | Österreichs Bundespräsident Dr. Heinz Fischer | ORF Fernsehmoderatorin Ingrid Thurnher | Kardinal Dr. Christoph Schönborn | Mufti Dr. Nedzad Grabus
Die "CIVIS Dialoge" wollen in Gesprächen mit hochrangigen Politikern und wichtigen Vertretern kultureller und religiöser Gruppen neue Diskussionsansätze für die Arbeit der Medien liefern.
Die "CIVIS Dialoge 2009" starten in Wien widmen sich dem Thema "Demokratie, Religion und Medien".
Die Debatte über den Stellenwert pluraler Religionen für unsere modernen Demokratien ist in vollem Gange. Religiöse Fragen haben an politischer und gesellschaftlicher Bedeutung gewonnen. Brauchen wir in einer multikulturellen und multireligiösen Gesellschaft ein neues Verständnis von Religion? Die Gegenwart des Islam stellt Europa vor neue Herausforderungen. Kontrovers diskutiert werden Bedeutung und Zukunft der traditionellen Wertvorstellungen für die westlichen Demokratien und ihre säkularen Wertesystem. mehr



















