Zur Navigation. Direkt zum Inhalt.
Logos: CIVIS Kooperationspartner Link: ARD Link: ZDF Link: WDR Link: ORF Link: PHOENIX Link: 3sat Link: arte Link: SRG SSR idée suisse Link: Freudenberg Stiftung Link: Europäisches Parlament Link: Sparkassen-Finanzgruppe Link: EBU Link: Beauftragte der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration Link: WDR mediagroup Link: RTV
CIVIS Campus

Rechte: DW/Frank Liesegang

Auf dem Weg, aber noch nicht am Ziel

Programmkonferenz

Programm für alle!
Die Einwanderungsgesellschaft in den Medien

Bonn, 11. September 2008



Rechte: WDR/Görgen

WDR-Intendantin Monika Piel

Deutschland ist ein Einwanderungs-
land. Längst ist Wirklichkeit, was vor 15 bis 20 Jahren noch mancher bezweifeln wollte. Heute hat beinahe jeder fünfte Mensch in Deutschland eine so genannte Migrationsbiografie. Nicht zuletzt die Medien prägen den Eindruck und das Bild, das die deutsche Bevölkerung von den Zuwanderern gewinnt. „Bildet unser Programm in Fernsehen und Radio die Einwanderungsgesellschaft ausreichend ab, und verfügen wir hierbei über optimale Strukturen und gutes Personal?“ Es war diese Frage, die die Intendantin des Westdeutschen Rundfunks und Vorsitzende des CIVIS Kuratoriums, Monika Piel, zu Beginn der Programmkonferenz in Bonn stellte, und um die sich nahezu alle Gespräche und Debatten drehten. Die Deutsche Welle, der Westdeutsche Rundfunk und die CIVIS Medienstiftung für Integration und kulturelle Vielfalt hatten über 200 Programm-Macher, Produzenten und Verantwortliche aus den Sendeanstalten in
Rechte: WDR/Görgen

Deutsche Welle-Intendant Erik Bettermann

die Bundesstadt eingeladen, um „kritisch das eigene Tun zu reflektieren“, wie Deutsche Welle-Intendant Erik Bettermann anmerkte, der als Hausherr der Tagung hinzufügte: „Manchmal fehlen dazu Zeit und Abstand, und deshalb ist es wichtig, dass wir heute offen die Probleme ansprechen.“




Rechte: WDR/Görgen

BR-Hörfunkdirektor
Dr. Johannes Grotzky

In vier Workshops und auf mehreren Podiumsdiskussionen diskutierten die Programm-Experten aus unterschiedlichen Blickwinkeln und mit verschiedenen Ansätzen ausgiebig, ob es in Deutschland und den übrigen Ländern Europas ein Programm für alle Menschen geben kann, und ob die Programminhalte die Realität korrekt abbilden. „Die Wirklichkeit hat die Medien überholt“, war der Hörfunkdirektor des Bayerischen Rundfunks, Dr. Johannes Grotzky, überzeugt. Konsens in allen Erörterungen war die Tatsache, dass den Medienschaffenden ein hohes Maß an Verantwortung zukommt, denn Berichterstattung wie auch filmische Werke befördern den Meinungsbildungsprozess der Bürger. „Und leicht kann ein undifferenziertes und stereotypes Bild zur Verfestigung bestehender Vorurteile führen, oder neue aufkommen lassen“, so CIVIS Geschäftsführer Michael Radix.

Rechte: WDR/Görgen

CIVIS Geschäftsführer
Michael Radix

Die Konferenzteilnehmer konstatierten in ihrer großen Mehrheit, dass der Umgang mit Themen der Integration und kulturellen Vielfalt in den Medien durchaus mit mehr Fingerspitzengefühl als früher erfolgt. Zahlreiche, zum Teil prämierte TV- und Radio-Beiträge zeigten, dass die Integration ausländischer Mitbürger voranschreite, erklärte WDR-Hörfunkdirektor Wolfgang Schmitz. Dennoch komme der Alltag der Menschen mit ausländischen Wurzeln häufig in der Berichterstattung noch zu kurz. Wenn man eine Teilhabe aller an einem gemeinsamen Programm sicherstellen wolle, müssten klare Spielregeln herrschen, forderte die Schauspielerin und Moderatorin Carol Campbell. Als Vorstandsmitglied des Vereins Schwarzer Filmschaffenden in Deutschland kritisierte sie, dass Migranten in Filmen immer noch zur Darstellung „des Anderen und Fremden“ herhalten müssten, statt die Vielfalt der Wirklichkeit darzustellen. Längst hätten sich früher geschaffene gesellschaftliche
Rechte: WDR/Görgen

WDR-Hörfunkdirektor Wolfgang Schmitz

Abgrenzungen heute als unwirksam erwiesen. „Viele Migranten gehören inzwischen schon zur Mehrheitsgesellschaft, viele Deutsche aus den unterschiedlichsten Gründen zur Minderheit.“ Dieser Entwicklung müssten auch die Medien noch stärker Rechnung tragen, war Campbell überzeugt.


Rechte: WDR/Görgen

Schauspielerin Carol Campbell

Mit einem Vorurteil räumte WDR-Medienforscher Erk Simon auf. „Von ausgeprägten medialen Parallelgesellschaften kann keine Rede sein.“ Deutsche wie auch Menschen mit Migrationshintergrund nutzen in etwa gleich stark das Medium Fernsehen, hat eine Repräsentativbefragung von ARD und ZDF im vergangenen Jahr ergeben. Je geringer die Sprachbarriere, umso stärker ist der Konsum deutschsprachiger Medien. Nach Simons Worten zeigen Studien zunehmend, dass sich viele Filme verstärkt der Probleme von Migranten annehmen, alltägliche Diskriminierung oder gar Rassismus genau aufspüren. Dass Unterschiede in der Fernsehwahrnehmung ethnischer Gruppen wohl bestehen bleiben, dokumentiert jedoch eine WDR-Studie über die
Rechte: WDR/Görgen

WDR-Medienforscher
Erk Simon

Mediennutzung junger Türken in Nordrhein-Westfalen. Danach wurden türkische Fernsehsender als wesentlich emotionaler und familienfreundlicher eingeschätzt. Deutsches Fernsehen hingegen erschien den Befragten als distanziert, unterkühlt, aber auch als substantiell und sachlich.

Einig waren sich die Konferenzteilnehmer darin, dass bei allen Fortschritten in der medialen Abbildung des Wandels der Gesellschaften, hin zu solchen, in denen Migranten eine wichtige Rolle spielen, noch einige Hürden zu nehmen sind. Noch ist der Prozess der veränderten Darstellung der Einwanderer in den Medien nicht abgeschlossen. „Normalität“ ist möglicherweise erst dann erreicht, wenn zutrifft, was Dr. Johannes Grotzky anmerkte: „Es geht um inhaltliche Fragen und Qualität, nicht um Hautfarbe oder ethnischen Hintergrund.“

Auszeichnungen

Auszeichnungen; Rechte: CIVIS/Oliver Ziebe
CIVIS - Nominierte und Preisträger 

CIVIS Dialoge

Rechte: CIVIS/Thomas Jantzen
Demokratie, Religion und Medien 

Europäische Studien

Studien; Rechte: iStockphoto.com/Nikida
Analysen, Studien und Dokumentationen 

Preisverleihungen

Fernsehen; Rechte: CIVIS/Andrea Kremper
2010 Berlin 

2009 Berlin 

2008 Ljubljana 

2007 Berlin 

2006 Berlin 

2005 Straßburg 

 © CIVIS 2010
Impressum Link: Impressumzum Seitenanfang Link: zum Seitenanfang