AUSGEZEICHNETE PROGRAMME 2020

Medienpreis für Integration

CIVIS – Europas Medienpreis für Migration, Integration und kulturelle Vielfalt zeichnet Programmleistungen im Radio, Fernsehen, Internet aus, die das friedliche Zusammenleben in der europäischen Einwanderungsgesellschaft fördern.

Der CIVIS Kinopreis als Publikumspreis kommt hinzu.
     

TOP AWARD + YOUNG C. AWARD

 

Masel Tov Cocktail

Kurzfilm
Filmakademie Baden-Württemberg | SWR/ARTE                        
Autor, Regie:  Arkadij Khaet, 
Co-Drehbuchautor*in: Merle Teresa Kirchhoff
Co-Regie: Mickey Paatzsch 
Prüfungskommission: Thomas Lauterbach 
Redaktion: Brigitte Dithard (SWR), Laurence Rilly (ARTE)

Dimitrij Liebermann ist Jude und hat Tobi geschlagen, nachdem dieser ihn mit Worten attackiert und sich über den Holocaust lustig gemacht hatte. Dimitrij empfindet zwar nicht unbedingt Reue, trotzdem soll er sich bei Tobi entschuldigen. Auf dem Weg zu seinem Mitschüler begegnet Dimitrji ganz unterschiedlichen Deutschen und wird immer wieder mit seiner deutsch-jüdischen Identität konfrontiert.

„Masel Tov Cocktail ist eine außerordentliche gelungene Inszenierung: schnell, ohne flüchtig zu sein; ernsthaft und zugleich voller Witz; ebenso nachdenklich wie unterhaltsam. Der Film spielt gekonnt mit Klischees, entlarvt Stereotype und ist im besten Sinne provokativ. Ein großartiger Film.“

CIVIS VIDEO AWARD

Information

Arte Re: Die Bettler aus der Walachei - Bedürftige oder organisierte Bande

Reportage
Bayerischer Rundfunk | ARTE                
Autorin, Regie: Anna Tillack
Redaktion: Johanna Walter


   

Die junge Narcisa reist von München, wo sie um Almosen bettelt, in ihr Dorf in Rumänien. Die Menschen dort gehören zu der diskriminierten Roma-Minderheit, sind bitterarm und gesellschaftlich ausgegrenzt. Die Jungen gehen fast alle im Ausland betteln, um ihre Familien zu ernähren, die Alten hüten die Kinder. Von der Regierung kommt so gut wie keine Hilfe.

„Bei der Reportage handelt es sich um eine anrührende, kein bisschen sentimentale Darstellung der Ungleichheit auf unserem Kontinent. Sie nimmt Vorurteile über Bettler kritisch unter die Lupe und zeigt eindringlich, wie das Staatsversagen eines europäischen Landes seine Bürger zu Bettlern macht.“

CIVIS VIDEO AWARD

Unterhaltung

Classe unique (New comers)

Drama
France Télévisions | France 3                     
Autorinnen: Christel Gonnard, Pauline Rocafull 
Regie: Gabriel Aghion
Produktion:  Audrey Legray, Nicolas de Saint Meleuc, Thomas Anargyros  (Storia Television)
Koproduktion: Sylvie Pialat (Les Films du Worso), Anne Holmès (France Télévisions)

Jacques, der Bürgermeister von Saint-Laurent, entschließt sich, der Überalterung seines Dorfes etwas entgegenzusetzen und außerdem der Bitte einer Freundin nachzukommen, indem er einige Flüchtlingsfamilien aufnimmt. Einen Teil der Einheimischen hat er damit an seiner Seite; andere begegnen den Schutzsuchenden ausgesprochen feindselig – zunächst jedenfalls. Dann entdeckt Jacques, dass ein junges Paar aus Afghanistan sich eigentlich gar nicht in Frankreich aufhalten dürfte und trifft eine folgenschwere Entscheidung.

"Der Spielfilm porträtiert auf tiefsinnige und zugleich vergnügliche Weise Menschen, die viel riskieren, um Hilfsbedürftigen beizustehen, und dabei über sich hinauswachsen. Eine Komödie entlang von Tragödien. Eine Geschichte des Muts bis an die Grenze der Tollkühnheit - und darüber hinaus."

CIVIS AUDIO AWARD

kurze Programme

Rendez-vous: Zittau- mitten in Europa aber nicht mitten in der EU

Reportage
Schweizer Radio und Fernsehen
Autor: Peter Voegeli
Produzentin/ Redakteurin: Ivana Pribakovic 

Die sächsische Stadt Zittau grenzt an Tschechien und Polen und profitiert wie nur wenige andere Regionen in Deutschland von der EU, von ihrem Geld, von den offenen Grenzen. Dennoch ist Zittau eine Hochburg der eurokritischen, sich gegen den Rest der Welt abschottenden AfD. Viele Bürger unterstellen der Europäischen Union, Tschechen und Polen zu bevorzugen.

"Der Beitrag ist ein gelungenes Beispiel dafür, wie man unvoreingenommen an ein Thema herangehen und es doch sehr engagiert aufgreifen kann. Der Autor macht Europa erfahrbar und das auf unerwartete Weise, am Beispiel eines kleinen Ortes an den östlichen Grenzen Deutschlands."

CIVIS AUDIO AWARD

lange Programme

Hörbilder: Der Tod des Soumayla Sacko

Feature
Österreichischer Rundfunk
Autorin: Franziska Sophie Dorau
Redaktion: Elisabeth Stratka
 

Der Bauer Soumayla Sacko musste 2015 Mali verlassen, weil der Klimawandel seine Landwirtschaft ruiniert hatte. Im italienischen Kalabrien arbeitete er als Erntehelfer und engagierte sich für die Rechte jener Erntehelfer, die Italiens damaliger Innenminister, Matteo Salvini, als „neue Sklaven“ verhöhnt – und die doch längst ein fester Bestandteil der italienischen Ökonomie sind. Am 2. Juni 2018 wurde Soumayla Sacko erschossen.

"Eine außerordentlich sorgfältig recherchierte, durchgehend informative aber nie belehrende, ganz und gar fesselnde Geschichte über Sklaverei mitten in Europa. Empathisch und doch unaufgeregt erzählt, voller ungewöhnlich offener, bestürzender O-Töne, handwerklich perfekt produziert."

Lobende Erwähnung

 

JaafarTalk: Sind Flüchtlinge und Migranten in Deutschland integriert?

Sendung TV Talk
Deutsche Welle                         
Jaafar Abdul Karim
 

Der Journalist Jaafar Abdul Karim lässt Malak Awad und Georg Pazderski gegeneinander antreten. Sie ist soziale Aktivistin und Muslima, er Vorsitzender der AfD im Berliner Abgeordnetenhaus. Diese Konstellation und der Titel der Sendung: „Sind Flüchtlinge und Migranten in Deutschland integriert?“ weisen auf das Anliegen des Moderators hin: Die zentralen Aspekte eines Themas aufzugreifen, das in Politik und Gesellschaft seit einigen Jahren besonders kontrovers diskutiert wird.

"Journalistisch hochprofessionell befragt der Moderator seine Gäste so hartnäckig wie nötig und so verbindlich wie möglich. Er schafft es auf diese Weise, eine echte Diskussion mit großem Erkenntnisgewinn in Gang zu setzen, die zugleich informativ und kurzweilig ist."

CIVIS CINEMA AWARD

Als Hitler das rosa Kaninchen stahl

Drama (Kinostart: 26.12.2019)
Regie: Caroline Link
Drehbuch: Caroline Link, Anna Brüggemann
Buchvorlage: Judith Kerr
Darsteller*innen: Riva Krymalowski, Oliver Masucci, Carla Juri u.a.
Produktion: Sommerhaus Filmproduktion
Ko-Produktion: Warner Bros. Film Productions Germany, Next Film Filmproduktion, La Siala Entertainment, Hugofilm Productions
Produzent*innen: Jochen Laube, Fabian Maubach, Clementina Hegewisch
Ko-Produzent*innen: Willi Geike, Steffi Ackermann, Ditti Bürgin-Brook, Christof Neracher
Filmverleih: Warner Bros.

Die neunjährige Anna wohnt mit ihrer Familie in Berlin. Nach der Machtergreifung Hitlers muss ihr Vater, Arthur Kemper, Jude, bekannter Journalist und entschiedener Gegner der Nationalsozialisten, aus Berlin fliehen. Die Familie soll nachkommen, und das in großer Eile. Anna muss vieles zurücklassen, auch das geliebte rosa Stoffkaninchen. Zunächst findet die Familie Unterschlupf in Zürich. Aber auch dort haben die Kempers mit Schwierigkeiten zu kämpfen. Ihr Weg führt sie weiter über Paris, schließlich zu Verwandten nach London.