PREISTRÄGER:INNEN

Ausgezeichnete Programme 2021

CIVIS – Europas Medienpreis für Migration, Integration und kulturelle Vielfalt zeichnet Programmleistungen im Radio, Fernsehen, Internet aus, die das friedliche Zusammenleben in der europäischen Einwanderungsgesellschaft fördern.
     

TOP AWARD + CIVIS AUDIO AWARD

Podcasts

Rice and Shine Hamburg 1980: Als der rechte Terror wieder aufflammte

Podcast
Autorinnen: Minh Thu Tran, Vanessa Vu

Der Brandanschlag auf eine Flüchtlingsunterkunft in Hamburg, bei dem im August 1980 zwei junge Männer aus Vietnam starben, war der erste rassistische Mord der Bundesrepublik. Die drei Attentäter gelten als Vorläufer des NSU. Dennoch ist die Tat aus dem öffentlichen Bewusstsein weitgehend verschwunden. 40 Jahre danach rekonstruieren die Autorinnen das Geschehen und seine Folgen. Im O-Ton kommen Überlebende und Angehörige zu Wort.

„Die Autorinnen rekonstruieren in Hamburg 1980: Als der rechte Terror wieder aufflammte einen einschneidenden Moment der deutschen Nachkriegsgeschichte. Ihr Stück macht die Menschen hinter der Geschichte sichtbar- einer Geschichte, die außerordentlich ergreifend ist, nicht zuletzt, weil sie auf die beeindruckende Kraft der O-Töne vertraut, denen viel Raum gegeben wird.“

YOUNG C. AWARD

 

Seepferdchen

Kurzfilm
Filmakademie Baden-Württemberg
Autorin | Regie: Nele Dehnenkamp
Prüfungskommission: Thomas Lauterbach
Co-Producerin: Christine Duttlinger

Das Seepferdchen hat in der Anatomie unseres Gehirns der Pforte zur Erinnerung den Namen gegeben: Hippocampus. Hier wird archiviert, was wir nicht vergessen können, die schönen wie die schrecklichen Erlebnisse. Die junge Jesidin Hannan konnte nicht schwimmen, als sie mit ihrer Familie im Schlauchboot über das Mittelmeer kam. Jetzt lernt sie, wie ein Seepferdchen nicht unterzugehen. Doch die Angst vor dem Ertrinken im dunklen Wasser bleibt im Gedächtnis lebendig.

„Die tolle Kameraästhetik schafft eine überzeugende poetische Verbindung von Ton und Bild. Der Film vermittelt die bedrängende Doppelgestalt des Wassers als Medium des Glücks und des Untergangs. Seepferdchen gibt der Protagonistin Raum zu verdeutlichen, welche traumatischen Auswirkungen eine Flucht haben und wie ein junger Mensch sich diesen Erfahrungen stellen kann.“

Der vollständige Beitrag kann unter folgender Mailadresse angefragt werden: 
Sigrid.gairing@filmakademie.de

CIVIS VIDEO AWARD

Information

ProSieben Spezial. Rechts. Deutsch. Radikal.

Dokumentation
PQPP2 GmbH | ProSieben
Autor:in: Anja Buwert, Thilo Mischke
Regie: Anja Buwert
Redaktion: Jan A. Karon, Elisabeth Krafft, Isabelle Lange, Sigrid Reuter
Produktion: Anja Buwert, Caspar Fischer

Anderthalb Jahre haben Thilo Mischke und sein Team im rechtsextremen und rechtsradikalen Milieu recherchiert. Wie funktionieren dort angesiedelte Organisationen? Wie kommen sie an neue Mitglieder? Wieviel haben sie gemeinsam, wo unterscheiden sie sich? Und wie gefährlich sind sie für Rechtsstaat und Demokratie? Das brutale Statement eines ehemaligen AfD-Funktionärs macht deutlich: sehr gefährlich.

„Rechts. Deutsch. Radikal. lebt von der Spannung zwischen der grobschlächtigen Brutalität des Berichtsgegenstands und der Behutsamkeit des Berichterstatters. Er kommt auch militanten Rechten näher, ohne sich anzubiedern. So zeigt er uns Deutschlands hässlichste Seite. Das ist aufschlussreich und erschreckend, auch weil der Film sich um Nuancen bemüht.“

CIVIS VIDEO AWARD

Unterhaltung

Herren

Fernsehfilm
Kineo Filmproduktion Peter Hartwig und cinema negro Filmproduktion Sidney Martins |  BR, ARTE Deutschland
Autorin: Stefanie Kremser (frei nach dem Roman GENTS von Warwick Collins)
Regie: Dirk Kummer
Redaktion: Claudia Simionescu (BR), Monika Lobkowicz (BR/ARTE), 
Produktion: kineo Filmproduktion Peter Hartwig und cinema negro Filmproduktion (Sidney Martins) 
Auftragsproduktion: BR, ARTE für DasErste

Ezequiel ist Kampfsport-Crack und würde gern Capoeira unterrichten. Doch als Schwarzer mit Einwanderungsgeschichte muss er bei der Arbeitssuche nehmen, was kommt: „Denkmalhygiene“ – nachts öffentliche Pissoirs putzen. Seiner Frau mag er das nicht erzählen, seinem Sohn Stevie auch nicht. Der soll studieren und Karriere machen. Denkt Ezequiel. Stevie hat andere Pläne: Er will Friseur werden.

„Herren erzählt von der Sinnsuche eines Vaters in der Midlife Crisis. Es ist eine universelle Geschichte, die doch wie selbstverständlich im ganz gewöhnlichen Leben Schwarzer Menschen in Deutschland spielt. Unaufgeregt, mit großartigen Schauspieler*innen und einer einfallsreichen Bildgestaltung, zeigt der Film ein Stück Vielfalt in Deutschland, mit der ein Teil der Bevölkerung sich immer noch schwer tut.“

Hier finden Sie den vollständigen Beitrag >
(Verfügbar bis: 25.11.2021)

CIVIS VIDEO AWARD

Social Media Format

Darf ich dir in die Haare fassen? - Alltagsrassismus in Deutschland

Social Media Format
WDR COSMO
Autor:innen: Michel Abdollahi, Miriam Anna Hochhard, Janina Kalle, Daphne Ivana Sagner, Jan-Nicholas Vogt, Robert Weitkamp
Regie: Jan-Nicholas Vogt, Robert Weitkamp
Redaktion: Tobias Gnädig, Miriam Anna Hochhard
Produktion: Michel Abdollahi (Telemichel Produktionsgesellschaft mbH)

Vor allem für BPOC gehört es zu den Alltagserfahrungen: Jemand meint, er müsse ihnen mal in die Haare fassen. Einfach so, wie selbstverständlich. Doch es ist eine Geste der Ausgrenzung: Du bist anders. Das COSMO-Team hat den Spieß umgedreht und Menschen auf der Straße gefragt, ob man sie mal in die Haare fassen dürfe. Die Resonanz war lebhaft und aufschlussreich.

„Darf ich Dir in die Haare fassen? ist ein wahrhaft interaktives Video: Eine nur scheinbar harmlose Geste wird durch Umkehrung entlarvt als das, was sie ist: ein Stück Alltagsrassismus. Auf fast spielerische Weise erwächst daraus ein aufklärerisches Wechselspiel, einfühlsam dargestellt, ernsthaft aber auch humorvoll-ironisch und den Formaten der sozialen Medien geschickt angepasst.“

CIVIS AUDIO AWARD

kurze Programme

Der Morgen: Uns bleiben nur die Worte

Beitrag mit Einspielern
Saarländischer Rundfunk | SR2 Kulturradio
Autorin: Sabine Wachs

Der Kurzbeitrag erzählt die Geschichte zweier Väter, die der Terroranschlag im Pariser Konzertsaal Bataclan zusammenführte. Georges Salines verlor bei dem Blutbad im November 2015 seine Tochter Lola; Azdyne Amimours Sohn Samy war einer der islamistischen Terroristen und wurde von der Polizei erschossen. Aus dem Versuch, das Entsetzliche zu begreifen, entwickeln die beiden Männer eine Art Freundschaft und schreiben gemeinsam ein Buch mit dem Titel: „Il nous reste les mots – Uns bleiben die Worte“.

„Uns bleiben nur die Worte bildet eine Opferperspektive ab, von der selten die Rede ist: Auch der Vater eines radikalisierten Täters ist für sein Leben gezeichnet. Die Annäherung an den Vater eines Anschlagsopfers wird über starke O-Töne und Dialoge vermittelt. Beide nehmen einander in ihrem Schmerz über den Verlust ernst. Ein Stück „constructive journalism“, das Spannung aufbaut und nachdenklich macht.“

Hier finden Sie den vollständigen Beitrag >
(verfügbar bis: 13.11.2021)

CIVIS AUDIO AWARD

lange Programme

Hörbilder: „Willkommen in Weikendorf”

Feature
Österreichischer Rundfunk | Ö1
Autorin | Regie: Claudia Gschweitl
Redaktion: Simon Elmes, Eva Roither, Elisabeth Stratka

Der kleine Ort Weikendorf in Niederösterreich gerät in Aufregung, als dort im Sommer 2019 eine elfköpfige palästinensische Familie ein Haus kaufen will. Der Bürgermeister verweigert die Genehmigung, eine Bürgerinitiative gegen den Zuzug formiert sich. Aber als Rassisten wollen sich die Weikendorfer in den Medien nicht darstellen lassen. Vergeblich schreibt der Familienvater an die Spitzen der österreichischen Politik. Es folgt ein langer Rechtsstreit.

„Die Reportage Willkommen in Weikendorf zeigt die sehr verschiedenen Perspektiven in einem kleinen Ort in Niederösterreich. Das gelingt ihr unter anderem mit Hilfe packender O-Töne, denen ausreichend Raum gegeben wird und einer ausgefeilten Dramaturgie. Widersprüche sorgen mit immer neuen Wendungen für Spannung bis zum Schluss. Begeisterndes Radio!“

Hier können Sie sich den vollständigen Beitrag anhören:
(Sendedatum: 27.06.2020)

CIVIS CINEMA AWARD

 

FUTUR DREI

Drama (Kinostart: 24.09.2020)
Regie: Faraz Shariat
Drehbuch: Faraz Shariat, Paulina Lorenz
Darsteller:innen: Benjamin Radjaipour, Banafshe Hourmazdi, Eidin Jalali, Mashid, Nasser, Maryam Zaree, Abak Safaei-Rad, Jürgen Vogel, Knut Berger, Paul Lux, Niels Bormann, Hadi Khanjanpour, Katarina Gaub, Sevil Mokhtare, Vanessa Loibl, Armin Warhedi u.a.
Produktion: Jünglinge Film
Ko-Produktion: Jost Hering Filme, Iconoclast Germany, La Mosca Bianca Films
Produzent:innen: Paulina Lorenz, Faraz Shariat
Filmverleih: Salzgeber

Parvis, Kind wohlhabender iranischer Einwanderer*innen führt ein behütetes Leben. Er langweilt sich in der Provinz und möchte etwas erleben, sucht nach einem Kick. Schließlich begeht er einen Ladendiebstahl und muss Sozialstunden als Übersetzer in einer Unterkunft für Geflüchtete leisten. Dort freundet er sich mit den iranischen Geschwistern Banafshe und Amon an. Zwischen ihm und Amon entwickelt sich eine Liebe. Doch allen Beteiligten ist klar: Sie leben in ganz unterschiedlichen Welten.