Flucht nach Europa - 2015 bis 2020

Migration, Integration, kulturelle Vielfalt und die Abbildung all dessen in den elektronischen Medien beschäftigen die CIVIS Medienstiftung seit über drei Jahrzehnten. Wie Fernsehen, Radio, Internet und Kino über das Zusammenleben von Menschen unterschiedlicher Herkunft und Prägung in Europa berichten; wie sie sich der Themen Rassismus, Antisemitismus, Extremismus, aber auch Strategien gegen Hass und Hetze annehmen, ist Gegenstand des Europäischen CIVIS Medienpreises für Integration und kulturelle Vielfalt. Die nominierten und ausgezeichneten Beiträge der vergangenen 32 Jahre bieten einen sehr guten Überblick über herausragende Programmleistungen elektronischer Medien zu Themen der europäischen Einwanderungsgesellschaft. Darüber hinaus zeigen die Leistungen, welche Aspekte dieser Themen zu unterschiedlichen Zeiten im Fokus der Medien standen.

Die neue Reihe „CIVIS Dossier“ fasst zu ausgewählten aktuellen Anlässen nominierte und ausgezeichnete Programmleistungen zu bestimmten Themen zusammen. Den Beginn dieser Reihe macht ein Rückblick auf die vergangenen fünf Jahre, in denen eine Reihe von Beiträgen für den CIVIS Preis nominiert oder mit ihm ausgezeichnet wurden, die die Flucht vieler Menschen nach Europa und ihre Folgen zum Thema hatten.

Fünf Jahre ist es in der Nacht vom 4. auf den 5. September her, seit Angela Merkel eine Entscheidung getroffen hat, die vor allem Deutschland, aber auch andere EU-Staaten bis in die Gegenwart stark beschäftigt. In dieser Nacht beschloss die Bundeskanzlerin, Österreich bei der Aufnahme von Geflüchteten zu unterstützen, die sich vom Budapester Bahnhof auf den Weg Richtung Westen gemacht hatten. Den Menschen, von denen viele aus Kriegs- und Krisengebieten im Nahen und Mittleren Osten kamen, folgten hunderttausende weitere Schutzsuchende. Alleine in Deutschland stieg ihre Zahl auf deutlich über eine Million.

Bereits am 31. August 2015 hatte Merkel über die Aufnahme, Unterbringung und Versorgung vieler Menschen hierzulande gesagt: „Deutschland ist ein starkes Land. Das Motiv, mit dem wir an diese Dinge herangehen, muss sein: Wir haben so vieles geschafft – wir schaffen das! Wir schaffen das, und dort, wo uns etwas im Weg steht, muss es überwunden werden, muss daran gearbeitet werden.“

Der Zuzug der Geflüchteten löste zunächst große Hilfsbereitschaft in der Bevölkerung aus. Und bis heute engagieren sich Millionen Menschen in der Flüchtlingshilfe. Sehr bald nach der Entscheidung vom 5. September, die Grenzen für Schutzsuchende nicht zu schließen, folgte aber auch ein heftiger Streit über das Asyl. Er treibt Politik und Gesellschaft noch heute um. Auch in der Europäischen Union haben die Ereignisse des Spätsommers 2015 die Debatten über die Flüchtlingspolitik erheblich intensiviert. Im Fokus der Öffentlichkeit steht gleichzeitig die Frage, wie es um die Integration der seit 2015 hierher geflohenen Menschen und um ihre gesellschaftliche Teilhabe steht, wie sich das Zusammenleben der schon immer hier lebenden und der neu hinzugekommenen Menschen gestaltet, wo es gut gelingt, wo es noch hakt.

Zum Europäischen CIVIS Medienpreis für Integration und kulturelle Vielfalt wurden etliche hervorragende Beiträge eingereicht, die sich mit der Flucht seit 2015 auf unseren Kontinent, ihren Ursachen, ihrem Verlauf, ihren Folgen für Geflüchtete wie für Aufnahmeländer beschäftigen. In dem folgenden Dossier hebt die CIVIS Medienstiftung die Werke aus Fernsehen, Radio, Kino und Internet hervor, die mit dem CIVIS Medienpreis ausgezeichnet oder für ihn nominiert wurden. Die Preisträger 2020 werden am 2. Oktober 2020 bekanntgegeben. 

CIVIS Nominierungen (2015-2020) und Preisträger (2015-2019)

Diese Auswahl steht im Kontext von "Flucht in Europa – 2015 bis 2020"

2020

2019

2018

2017

2016

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